KW - Korrespondenz Wasserwirtschaft
Die neue wasserwirtschaftliche Fachzeitschrift der DWA
Seit Januar 2008 stellt die DWA für ihre wasserwirtschaftlich engagierten Mitglieder ein weiteres Verbands- und Fachorgan – die KW – Korrespondenz Wasserwirtschaft
– zur Verfügung. Die Themengebiete der drei DWA-Hauptausschüsse „Gewässer und Boden“, „Hydrologie und Wasserbewirtschaftung“ und „Wasserbau und Wasserkraft“ sowie der DWA-Fachgemeinschaft „Hydrologische Wissenschaften“ werden in der monatlich erscheinenden Zeitschrift gleichgewichtig vertreten sein. Dreimal jährlich erscheint die KW
mit der KW - gewässer-info
als Beilage.
Mediadaten
Mitglieder finden die vollständigen Ausgaben der KW - Korrespondenz Wasserwirtschaft
zum Download im
Mitgliederbereich
der DWA-Homepage.
Kurznachrichten aus der KW
-Rubrik Spektrum
Editorial der aktuellen KW-
Ausgabe
Ein Sommer, wie er früher einmal war
Erinnern Sie sich vielleicht noch an das Editorial der KW aus dem Juni 2008? Damals ging es um die Frage „Wann wird´s mal wieder richtig Sommer?“. Im Juli 2010 haben wir einen wirklich richtigen Sommer mit allen seinen Vor- und Nachteilen. Auf der einen Seite schwimmen die Menschen im Rahmen des Europäischen Flussbadetages unter der Aufsicht der DLRG beispielsweise zehn Kilometer in der Weser stromabwärts, um sich zu erfrischen. Auf der anderen Seite gibt es wiederum die ersten Todesopfer aufgrund von unvorsichtigen Schwimmabenteuern im Rhein zu beklagen. Zudem werden manche Flüsse derart warm, dass sie zwar den Menschen Abkühlung verschaffen können, doch die Grenze der verfügbaren Kühlleistung für die thermischen Kraftwerke an den Flüssen ist inzwischen erreicht. Nicht zu vergessen die Folge der teilweise tropischen Temperaturen: Heftige Gewitter und teilweise unberechenbare Starkregenereignisse mit teilweise heftigen Überflutungen und Windböen in Orkanstärke. Alles im allem kann sich auch die Wasserwirtschaft keine Sommerpause gönnen, die Fachkenntnisse und Praxiserfahrungen ihrer Experten sind jederzeit und an jedem Ort gefragt.
Die aktuelle Ausgabe der KW könnte man mit folgenden Schlagworten beschreiben: Zukunftsfragen Hochwasserschutz, Im Visier: Wasserkartellverfahren, Zukunftschancen der deutschen Wasserwirtschaft, Auen in der Schweiz, Dynamisierung der Donauauen, Hochwasserschutz versus Naturschutz und Deichrückverlegungen an der Elbe.
DWA-Präsident Otto Schaaf und seine Mitautorin kommen in ihrem Beitrag „Standortbestimmung und Zukunftschancen der deutschen Wasserwirtschaft“ zu einigen interessanten Schlussfolgerungen, die vor allem auf die Basisaussagen „internationale politische Zusammenarbeit“ und „vernetztes interdisziplinäres Handeln“ zielen. Hier hat das deutsche Know-how nach Ansicht der Autoren viel Potenzial bei der Entwicklung systemischer Konzepte sowie im Export neuer Technologien.
Eine große Herausforderung für den Schutz und die Revitalisierung der Auen in der Schweiz könnte die Klimaerwärmung darstellen. Markus Thommen stellt in seinem Beitrag verschiedene veränderte Parameter vor, die zukünftig intensiv zu beobachten seien: Erhöhung der Wassertemperaturen, Gletscherschwund, Änderungen des Niederschlagsregimes, Ausbau der Wasserkraftnutzung sowie der wachsende Einfluss invasiver Neobiota.
Mit dem Thema Auen beschäftigt sich auch der Beitrag von Karl Deindl. Im Projekt „Dynamisierung der Donauauen zwischen Neuburg und Ingolstadt“ wird ein Ansatz verfolgt, die Dynamik in einem Auwaldgebiet wieder herzustellen. Kommunal initiiert, staatlich konzipiert und realisiert sowie wissenschaftlich durch das Aueninstitut Neuburg begleitet, werden Grundlagen für weitere ähnlich gelagerte Problembereiche erarbeitet. Durch die konstruktive, mustergültige Zusammenarbeit des Freistaats Bayern, der Stadt Ingolstadt und des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen sowie des Aueninstituts konnte dieses Großprojekt zügig umgesetzt werden.
In den letzten Jahren wurden Änderungen der Landnutzung als viel versprechende Maßnahmen für den Hochwasserschutz diskutiert. Das von Christina Seidler und ihren Mitautoren vorgelegte Konzept ermöglicht eine vergleichende Beurteilung von Gebieten unter den Aspekten des Naturschutzes und der Hochwasservorsorge, um Konflikte zu minimieren und die Planung und Umsetzung von wirksamen Maßnahmen mit sachlichen Argumenten zu ermöglichen. Hierzu wurde in zwei kleinen Einzugsgebieten im Osterzgebirge (Sachsen) die Wirkung der Landnutzung unter den Aspekten des Naturschutzes und der Hochwasservorsorge untersucht.
Ein ähnliches Themenfeld behandelt der Beitrag von Karl-Heinz Jährling „Ressorteigene und ressortübergreifende Synergieeffekte bei der Planung und Umsetzung von Rückdeichungen am Beispiel der Mittleren Elbe in Sachsen-Anhalt“. Er stellt dar, dass Deichrückverlegungen als gemeinsames Handlungsfeld von Naturschutz und Wasserwirtschaft bei Beachtung der Ziele ressorteigener Richtlinien in Form der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie und der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, aber explizit auch der Europäischen Hochwasserrisikomanagementrichtlinie, notwendig und bewiesenermaßen auch möglich sind.
Eine schöne Sommerfrische 2010, verbunden mit einer erholsamen Urlaubszeit! Das beliebteste Ziel der Deutschen ist immer noch ihr eigenes Land – fast zwei Drittel aller Reisen führten nach Aussage des Statistischen Bundesamtes in deutsche Regionen. Die Besucher von Urlaubszielen außerhalb Deutschlands können sich sicher lobender Worte ob des Auftretens der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Südafrika erfreuen – als Anknüpfungspunkt für ein nettes Gespräch zwischen den Kulturen und damit zur Völkerverständigung.
Christian Schneider